Renovierung von Goethes Gartenhaus

Im Ilmpark zu Weimar befindet sich eines der bedeutendsten und eindrucksvollsten Kulturdenkmäler Deutschlands: Goethes Gartenhaus, in dem er über 50 Jahre hinweg zahlreiche bedeutende Werke schuf, Ruhe und Erholung von seinen wichtigen Ämtern bei der Gartenarbeit suchte und sich von der Idylle der Natur und der bescheidenen Lebensweise inspirieren ließ.

Das zweistöckige Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert und diente zu Zeiten, als an den Ufern der Ilm noch Wein angebaut wurde, als Winzerhaus. Als Goethe im April 1776 nach Weimar kam, gefiel ihm der am Hang gelegene Garten mit dem Haus so gut, dass es ihm der Herzog glattweg schenkte. Es war in einem ziemlich desolaten Zustand, so dass Goethe das Haus grundlegend sanieren und renovieren musste und seine gesamte Freizeit im Garten verbrachte, um aus ihm ein kleines Paradies zu schaffen.

Schon kurz nach seinem Tode konnte es als Gedenkstätte und Museum von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Immer wieder waren Sanierungsarbeiten nötig, um die alten Gemäuer, die Einrichtung und den Garten zu erhalten. So geht der heutige Besucher zum größten Teil über originale Dielen und Fliesen, kann die originale Kücheneinrichtung, Goethes Schränke, sein schlichtes Bett und den eigenartigen Hocker bewundern, auf dem Goethe rittlings seine Werke verfasste.

Im Vergleich zu seinem offiziellen Wohnhaus am Frauenplan, ist die Einrichtung auf ein Minimum reduziert. Kein Kitsch, keine Schnörkel, ja nicht einmal Schiebe- und Flächenvorhänge sollten die natürliche Aura und Stille stören. Dennoch - oder gerade deshalb - geht eine besonders romantische Ausstrahlung von ihm aus. Da fragt man sich: wie hätte Goethe sein Gartenhaus eingerichtet, wenn er in der heutigen Zeit gelebt hätte? Wahrscheinlich hätte er zumindest ein Plissee als Sonnenschutz an die südlichen Fenster gespannt, um in seiner beschaulichen Schreibstube nicht geblendet zu werden und ungestört an sein Werk gehen zu können.



12.3.13 20:02

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